Bericht aus den Ortsbeiräten | August/September 2026

Drei Sitzungen nach der Sommerpause

Zwischen dem 31. August und dem 3. September haben drei Ortsbeiräte getagt: Schildow, Zühlsdorf und Mühlenbeck. Unsere Ortsbeiratsmitglieder Patrick Schumann (Schildow), Patrick Leiste (Zühlsdorf) und Joana Ohme (Mühlenbeck) waren dabei und haben ihre Berichte zusammengetragen.

Wir fassen die Ergebnisse Ortsteil für Ortsteil zusammen. Und weil fast alle Punkte in dieser Woche noch einmal in den Fachausschüssen auf der Tagesordnung stehen, steht am Ende der Ausblick - mit Sitzungstagen und Tagesordnungspunkten.

Ortsbeirat Schildow | 31. August 2026

Margaretenfeld: über zwanzig Anwohner im Saal

Auf der Tagesordnung standen zwei Vorlagen zum geplanten Wohngebiet westlich der Margaretenstraße: die Einleitung der Änderung des Flächennutzungsplans und der Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan GML Nr. 71 „Wohnbebauung am Margaretenfeld".

Weil so viele Anwohner gekommen waren, hat der Ortsbeirat die Tagesordnung geändert und beide Punkte nach vorn gezogen. Zusätzlich gab es Gelegenheit, direkt mit dem Planer zu sprechen. Die Antworten haben die Sorgen nicht ausgeräumt.

Der zentrale offene Punkt ist die Zuwegung. Bei einer Größenordnung von 50 bis 60 Wohneinheiten stellt sich die Frage, ob die vorhandenen Straßen den zusätzlichen Verkehr aufnehmen können. Die Vorlage sieht die Erschließung über eine Verlängerung der Margaretenstraße und einige untergeordnete Wohnstraßen vor. Ob das trägt, muss im weiteren Verfahren belastbar geprüft werden.

Der Ortsbeirat hat beiden Vorlagen mit drei Ja-Stimmen bei einer Gegenstimme zugestimmt, ein Mitglied war nicht anwesend.

Zur Einordnung: Ein Aufstellungsbeschluss ist noch kein Baurecht, er startet das Verfahren. Wie das Vorhaben am Ende aussehen kann, zeigt sich erst, wenn Behörden und Träger öffentlicher Belange Stellung genommen haben - besonders zum Landschaftsschutzgebiet.

Gehölzschutz und Altkleider

Der zweiten Änderung der Gehölzschutzsatzung hat der Ortsbeirat zugestimmt.

Bei den Altkleidercontainern lagen die von der Verwaltung angekündigten Prüfergebnisse zur Neuberatung noch nicht vor. Der Ortsbeirat hat sich deshalb enthalten, bis Näheres bekannt ist.

Ortsbeirat Zühlsdorf | 1. September 2026

Basdorfer Straße: wieder befahrbar

Die Arbeiten an der Basdorfer Straße sind nahezu abgeschlossen, die Straße ist wieder befahrbar. Restarbeiten laufen noch - dazu gehören die Einmündung Kiefernstraße, die Beleuchtungsanlagen entlang der Straße und die Bushaltestelle.

Nahverkehrsplan 2027 bis 2031: der heutige Stand ist falsch abgebildet

Der Entwurf des Landkreises bringt für Zühlsdorf keine unmittelbare Verschlechterung. Allerdings ist der heutige Stand darin falsch abgebildet. Der Ortsbeirat bringt dazu eine Stellungnahme auf den Weg - richtig so, denn ein Plan, der von falschen Ausgangsdaten ausgeht, schreibt den Fehler für fünf Jahre fest.

Wasser und Abwasser: mit stabilen Preisen ist nicht mehr zu rechnen

Die zentrale Abwassererschließung im Siedlungsbereich Zühlslake läuft bereits. Gleichzeitig ist absehbar, dass die Wasser- und Abwassergebühren in den nächsten Jahren steigen; mit über Jahre stabilen Preisen ist nicht mehr zu rechnen.

Offen ist zudem, wie es mit den von den Berliner Wasserbetrieben gekündigten Einleitverträgen für das Schmutzwasser in Schönerlinde weitergeht. Das Thema begleitet uns seit dem Frühjahr - und es wird nicht kleiner, indem man es liegen lässt.

Gehölzschutzsatzung: abgelehnt

Die Neufassung verschärft aus Sicht des Ortsbeirats mehrere Punkte deutlich. Alle vier anwesenden Mitglieder stimmten mit Nein.

Außerdem beschlossen

Das Gewerbegebiet nördlich der Basdorfer Straße hat nach formellen Änderungen im Umweltbericht die Beschlussrunde erneut durchlaufen und wurde angenommen.

Stellplatzsatzung und Stellplatzablösesatzung wurden einstimmig beschlossen, beide auf Grundlage der geänderten Brandenburgischen Bauordnung.

Bei den Altkleidercontainern hat sich die Lage etwas entspannt. Das Thema wird zunächst weiter beobachtet und bei Bedarf erneut aufgegriffen.

Ortsbeirat Mühlenbeck | 3. September 2026

Berliner Straße: neues Baufeld im Landschaftsschutzgebiet

Geplant sind Einfamilienhäuser auf vergleichsweise großen Grundstücken - im Landschaftsschutzgebiet. Offen ist die grundsätzliche Frage, ob der Flächennutzungsplan dafür überhaupt geändert werden sollte. Diese Frage gehört vor die Detailplanung, nicht danach.

Collonil: eine Formulierung, die nachgeprüft werden muss

Beim städtebaulichen Vertrag geht es um die Investitionsfolgekosten und um die vorgesehene Entlassung des Vorhabenträgers aus der Gemeinschaftsaufgabe. Diese Formulierung gehört noch einmal geprüft - sie entscheidet darüber, wer die Folgekosten am Ende trägt.

Heidecampus: warum künftig nur noch Wohnen?

Warum der Schwerpunkt künftig ausschließlich auf Wohnen liegen soll, ist nicht ausreichend begründet worden. Für die weitere Entwicklung unserer Gemeinde bleibt das Thema von großer Bedeutung.

Ein Thema, drei Ortsbeiräte, drei Ergebnisse

Die zweite Änderung der Gehölzschutzsatzung stand in allen drei Sitzungen auf der Tagesordnung - und ist überall anders ausgegangen: Schildow hat zugestimmt, Zühlsdorf hat abgelehnt, in Mühlenbeck wurde der Punkt von der Tagesordnung genommen.

Worum es inhaltlich geht: Ersatzpflanzungen sollen künftig in der Regel großkronige einheimische Laubbäume sein. Sie kommen mit den Standortbedingungen besser zurecht und leisten mehr für Klima und Artenvielfalt als kleinkronige oder gebietsfremde Arten. Ausnahmen bleiben möglich, wenn Platzverhältnisse, Verkehrssicherheit oder technische Leitungen dagegen sprechen.

Ähnlich bei den Altkleidercontainern: Schildow hat sich enthalten, solange die Prüfergebnisse fehlen, Zühlsdorf beobachtet die entspanntere Lage weiter, und in Mühlenbeck wurde auf das EU-Recht verwiesen - die getrennte Erfassung von Alttextilien ist verpflichtend. Die Container ersatzlos abzuziehen, wäre deshalb der falsche Weg: Zuerst muss ein verlässliches Ersatzangebot stehen.

Dass ein und dieselbe Vorlage in drei Ortsteilen unterschiedlich bewertet wird, ist übrigens kein Makel. Es zeigt, dass genau hingesehen wird. Entschieden ist damit nichts: Die Ortsbeiräte beraten, beschlossen wird in der Gemeindevertretung. Vorher werden die Hinweise in den Fachausschüssen eingearbeitet - und dort bringen wir eigene Änderungsvorschläge ein.

Wie es weitergeht: die Ausschusswoche vom 14. bis 16. September

Fast alles, was in den Ortsbeiräten beraten wurde, steht in dieser Woche erneut auf einer Tagesordnung. Alle drei Fachausschüsse tagen um 18.30 Uhr im Bürgersaal Schildow, alle drei Sitzungen sind öffentlich und beginnen mit einer Einwohnerfragestunde. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Montag, 14. September - Bauen und Umwelt

Beide Vorlagen zum Margaretenfeld in Schildow als Punkt 13 und 14, das geplante Wohngebiet westlich der Berliner Straße in Mühlenbeck, der Heidecampus und der städtebauliche Vertrag zum Wohngebiet Collonil. Dazu die Änderungen der Stellplatz- und der Stellplatzablösesatzung.

Dienstag, 15. September - Infrastruktur, Mobilität und gemeindliche Entwicklung

Der Entwurf des Nahverkehrsplans 2027 bis 2031 des Landkreises, die geplante Fahrradstraße Briese-Summt und die Investitionsfolgekosten aus städtebaulichen Verträgen bis 2030.

Mittwoch, 16. September - Soziales, Bildung, Kultur, Sicherheit und Ordnung

Die Altkleidercontainer als Punkt 8, die Benennung von Sicherheitspartnern, ein Blick auf die gestiegene Zahl der Rückstellungen bei der Einschulung und die Schließzeiten 2027.

Seid dabei!

Alle Termine mit Ort und Uhrzeit findet Ihr auf unserer Termine-Seite - dort könnt Ihr sie auch direkt in Euren eigenen Kalender übernehmen.

Ihr habt Hinweise zu einem der Themen - eine Beobachtung zum Verkehr am Margaretenfeld, ein überfüllter Altkleidercontainer in Eurer Straße, eine Frage zum Nahverkehrsplan? Schreibt uns an info@wir-mbl.de, am besten mit Ortsangabe. Wir nehmen das in die Ausschüsse mit.

Eure Fraktion
WiR!
Leiste, Hentschel, Ohme, Schumann, Tirado

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